Doppelt tot hält besser

Da war er nun: Schacht 7! Zu früheren Zeiten eine belebte Stätte, einer harten aber ehrlichen Arbeitswelt. Und jetzt ein Lostplace, der höchstwahrscheinlich einige böse Überraschungen für die drei Suchenden bereithielt.  Dennoch war es für Jacob, Joline und Ben eine Frage des Zusammenhalts und des Versprechens.
Denn die Freunde kennen sich nun schon eine halbe Ewigkeit und dazu zählt ebenfalls Anna. Naja, zumindest bis jetzt.szene-1

„Und du bist dir da wirklich sicher, dass Anna dort hinein gelaufen ist?“ fragte Joline zeigend mit der Hand auf den Eingang von Schacht 7.

„Ja, wir sind da geradewegs vorbei, als uns ein Zombie verfolgte. Anna lief in Richtung Gebäude und ich dann um die Ecke, gefolgt von dem Walker zu euch!“ antwortete Ben. „Jaja, die Story ist bekannt!“ maulte Jacob.

 

Die Tür stand weit offen. Nicht gerade einladend, dafür aber begehbar, sodass ein Hineingehen geräuschlos vonstattengehen musste.

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„Schnell lasst uns rüber laufen, da keiner zu sehen und zu hören ist!“ rief Jacob.

 szene-3Vorsichtig betraten sie die Eingangshalle, welche stark verwest roch und nach Abfall stank. Was für eine schauderhafte Atmosphäre. Selbst eine Nadel die auf den Boden gefallen wäre, hätte Joline, Jacob und Ben in Panik versetzt.

„Man wenn hier auch solche Zombies drin sind, wie der der uns verfolgt hat, dann wird mir aber deutlich schlecht!“ schluchzte Joline.

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Sie gingen den breiten Gang, der sie weiter ins Innere der Zeche führte, entlang.

Als plötzlich ein Zombie aus einem Nebenraum auftauchte. „Scheiße man, bloß weg hier!“ rief Ben.

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Planlos liefen sie durch die Räume in Richtung Waschkaue.

Allerdings hatten sie nun auch noch einen Verfolger.
Wie ein Wolf, der gerade eine Fährte aufgenommen hatte, bewegteszene-5szene-7 sich der Walker hinterher.
Zum Glück nur nicht so zielstrebig und schnell.

 

Wer weiß schon, was diesem armen Kerl vor der Verwandlung zugestoßen ist.

Irgendwer wird dafür bestimmt eine Erklärung auf Lager haben, allerdings war das in diesem Moment nicht relevant.

Als sie stehen blieben und kurz nach  Luft schnappten, hörten sie weitere Geräusche, die scheinbar immer näher kamen. Aber aufgrund der vielen Gänge, waren diese Geräusche nur sehr schwer zu orten.

Die Atmosphäre war so angespannt, das mit jedem noch so kleinsten Geräusch, ihre Pulse rasant artig anstiegen. „Wo könnte Anna nur bloß sein?“ Vielleicht ist sie auch schon weiter und hat ein gutes Versteck gefunden.“ sagte Joline.

„Wo sollen wir lang, es gibt zu viele Möglichkeiten?“ fragte Ben. „Ich schlage vor, dass wir getrennt nach Anna suchen, so kommen wir schneller voran.“ schlug Jacob vor.

 

„Neiin, das ist doch wie in jedem billigen Horrorfilm. Wir bleiben schön zusammen!“ fauchte Joline leise zurück.szene-8 Gehetzt vom Gedanken Anna zu finden, gingen sie durch die alten Steiger Waschräume.

Diese waren in einer Reihe von Einzelkabinen aufgeteilt, sodass hinter jeder Tür und in jedem Raum eine Gefahr lauern konnte. Vorsichtig öffneten sie Tür für Tür, sofern noch eine überhaupt vorhanden war. Ihr kennt das ja, Lostplaces halt…

Weiterhin durchkämmten sie Raum für Raum, in der Hoffnung doch noch Anna irgendwo verängstigt aus der Bredouille retten zu können.

„Hört ihr das? Da wimmert doch jemand.“ sagte Ben und schlich langsam in die Richtung, aus der er das Geräusch hörte. „Ja das könnte Anna sein!“ erwiderte Joline.

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Man das ist kein Wimmern…-“ und noch bevor Jacob seinen Satz beenden konnte, rief Ben mal wieder lauft“. Denn hinter einer der Kabinentüren, verweilte bereits ein Zombie, der die drei wieder in Panik versetzte und somit nur die Flucht durch die verschachtelten  Zechengänge notwendig war.

Wie kann man nur ein Grunzen, mit einem Wimmern verwechseln?!“ murrte Jacob. „Lasst uns bloß so schnell wie möglich hier raus.“ sagte Ben. Als sie die Waschräume verließen und um die Ecke bogen, sahen sie weitere Gestalten die scheinbar nur eins im Sinn hatten…Fressen…..

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Los hierher!“ rief Ben. Die drei suchten fluchtartig den Weg nach draußen. Dummerweise kam aber aus dieser Richtung der Ruhrpottwalker, der sie bereits im Eingangsbereich, schon in Empfang nehmen wollte.

Immer noch in einer Art Taumelryhtmus, kam der Walker schwankend und bedrohlich näher. So nutzten die drei die nächste Möglichkeit, einen anderen Gang entlang zu laufen.

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Auf die Notausgangschilder sollte man sich doch einfach mal verlassen dürfen, oder?!“ witzelte Jacob.

 

 

 

 

 

 

Man du hast Nerven!“ erwiderte Joline. „Lasst uns bloß aus diesem Labyrinth raus.

Das ganze entwickelt sich langsam zu einem Zombierun.“ sagte Ben. Ja klar, nur diese sind hier echt und geben nicht nach!“ antwortete Jacob.

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„Stopp!“ rief Ben. Er bremste plötzlich ab und konnte seinen Augen nicht trauen.

 

 

 

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Nicht Anna, sondern weitere Zombies, die durch die Geräusche angezogen wurden, kamen langsam entgegen.

 

Zombierun – Next Level

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„Mist!! Los in diese Richtung!“ Und damit meinte Ben geradewegs einen weiteren Gang, mit einer Tür, die sie nur mit Mühe noch so aufstoßen konnten. Führt dieser Gang überhaupt zum Ausgang oder war es doch nur ein weiteres Level in einem Zombiegame?

 

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Hauptsache weg hier und laufen was das Zeug hält. Scheinbar war dies die einzige Devise, die noch funktionierte. „Man, diese Gänge machen mich noch wahnsinnig!“ rief Jacob.  „Dieser Lostplace ist ja ganz cool, aber für meinen Geschmack zu hektisch mit dem Zombierun dazwischen.“ fügte er weiterhin murmelnd hinzu.

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Was die drei in ihrer Hast nicht ahnen konnten, war das ein Zombie bereits in dieselbe Richtung unterwegs war. Scheinbar vom Teufel getrieben, steuerte der Ruhrpottwalker, aus einer anderen Richtung kommend, direkt auf die drei zu.

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Hinkend und irgendwie programmiert auf die Geräusche aus der Waschkaue, kam der Zombie ums Eck.

 

Just in dem Moment, wo Joline, Jacob und Ben um die Ecke biegen wollten, wurde es äußerst bedrohlich für die drei Fliehenden.

 

 

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So kam es zur unvermeidbaren Kollision.

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Der Zusammenstoß war der Anfang einer hektischen Dramaturgie, eines fürchterlichen Chaos und endete mit einem ungewollten Sturz von Jacob und Ben, inklusive des Zombies, auf den Boden. Dabei flog das Messer aus Jacob‘s Jacke und fiel auf die Fliesen des Ganges.szene-20

Es war Joline, die reflexartig reagierte und sich das Messer schnappte.

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Noch bevor der Zombie Ben beißen konnte, rammte Joline das Messer in seinen Kopf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doppelt tot hält besser

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Völlig geschockt schmiss Joline das Messer zu Boden.

Doppelt tot hält besser, denn der Walker ist nun endlich hinüber. Geschockt schauten Jacob und Joline den Zombie an. Los kommt schon, da kommen noch mehr! schrie Ben.

Unsere Bande konnte noch glücklicherweise fortlaufen und der Horde entkommen. So glaubten sie es für einen Moment zumindest. szene-23

 

Denn längst wurden durch den Krach in den Gängen, der alten Waschkaue, weitere Ruhrpottzombies angezogen.

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Geschockt und dennoch hoffnungsvoll den Ausgang suchend, liefen die drei weiter. Und tatsächlich, der Ausgang war in greifbarer Nähe.

 

 

 

 

 

 

Aber schon mit dem Blick zur Tür, schwanden ihre Hoffnungen. Denn die Tür war zu! „Verdammt, wer war das denn? Ein Zombie schließt doch keine Tür ab.“ sagte Jacob und rüttelte an der Tür.

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Zu dritt versuchten sie durch kräftiges Rütteln, die Tür irgendwie aufzubekommen.

Doch das klappte alles nicht, denn von außen war die Tür mit einer Kette fest verriegelt.

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Wie gelähmt standen Ben, Joline und Jacob an der zu geketteten Tür. „Was nun?“ seufzte Ben. Ein kurzer Moment der Resignation machte sich breit, denn die Situation schien aussichtslos.

Die kurze Atempause war vorbei und der Puls stieg schlagartig in die Höhe, als sie die bekannten Laute ihrer unbarmherzigen, gierigen und blutrünstigen Verfolger hörten. In diesem Moment wurde es allen klar, wie ernst die Situation wirklich war. Hier ging es tatsächlich um das nackte Überleben.

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War nun alles zu Ende? Was ist mit Anna? Und wer hat diese verdammte Tür überhaupt verschlossen?

To be continued…

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