Apokalyptische Ruhrpott Weisheiten

Seit einigen Tagen, folgten Jacob, Joline und Ben dem Zombiekenner. Es wurde immer kälter, jeden erneuten Tag quälten sie sich durch die eisigen Nächte und suchten nach Lebensmitteln, sowie nach einem Unterschlupf. Zwei Tagesmärsche von Phoenix West entfernt, entdeckten sie eine alte Boutique, wo sie wärmere Kleidung fanden. Jedoch mussten sie vor einem Ruhrpottzombie-Angriff flüchten.

Mordor des Ruhrgebiets oder was?

Endlich am Ziel angekommen, deutete der Zombiekenner auf das Relikt der glorreichen Zeit von Kohle & Stahl -die Hochofenanlage von Phoenix West. „Könnte auch gut Mordor aus „Der Herr der Ringe“ darstellen.“ sagte Ben. „Nur das wir keinen Ring dabei haben!“ ergänzte Jacob.

„Los kommt, wir müssen einen Umweg gehen und uns von einer anderen Seite dem Gebäude nähern!“ erklärte der Zombiekenner. „Dort drüben von der Halde ausgesehen, erhalten wir einen guten Überblick und können überlegen, wie Ihr zum Kollektor kommt.“

Und du bist Dir sicher, dass dieser Kollektor uns helfen wird?“ fragte Joline. „Nix ist sicher aber eine bessere Chance bekommt ihr nicht!“ erwiderte der ZK. „Echt geiles Haldenhopping abgesehen von den bescheidenen Umständen.“ „Naja, hoppen wird der ein oder andere auch noch!“ antwortete ZK.

Der Fremde

Als die Vier sich gerade auf den Weg machen wollten, hörten sie ein leises Geräusch, was ihren Adrenalinspiegel gleich wieder in die Höhe trieb. Vorsichtig schauten sie in Richtung der Bäume, aus dem sie das Geräusch entnahmen und sahen dort einen Mann, der vor einer gelöschten Feuerstelle saß.

Der Zombiekenner ging mit angezogener Waffe voran und fragte nach dem Namen des Fremden.

„Meine Name ist Gunnar.“ antwortete der Mann. „Und was machst Du hier so alleine vor einer Feuerstelle GUNNAR??“ fragte, der mit seiner Waffe drohende Ruhrpott Outlaw. „Ich weiß es selber nicht… ich habe alles verloren, irre schon seit Tagen durch die Gegend und bin total erschöpft.

Du brauchst die Waffe also nicht auf mich zu richten, ich bin euch keine Gefahr!“ erzählte Gunnar entkräftet. „Wo wollt ihr denn hin und habt ihr irgendwie eine Ahnung, was eigentlich passierte?“ fügte er noch schnell hinzu.“Ich bringe die Gruppe hinter mir zu einem Händler, der möglicherweise weiterhelfen kann.“  „Dann würde ich gerne mit euch kommen!“

Nach einer kurzen Abstimmung von 3:1 für Gunnar, konnte sich dieser der Gruppe anschließen. Sie zogen weiter, vorbei am Viadukt und entlang der Gasrohre in Richtung Kollektor.

Laber, Laber, Laber – Die folgenden Apokalyptischen Ruhrpott Weisheiten werden präsentiert vom Zombiekenner

Der Zombiekenner nutzte den langen Weg und prahlte mit seinem Wissen über die Zusammenhänge der Situation, in der sich die Gruppe nun befand. Ob es wirklich stimmte? Oder waren es nur Apokalyptische Ruhrpott Weisheiten vom Zombiekenner? Wer würde das gerade jetzt, nach dem Erlebnis in Schacht 7 jemals anzweifeln.
Der Zombiekenner prahlte erhaben mit seinem postapokalyptischen Wissen, wohlwissend das seine Zuhörer keinen blassen Schimmer hatten. „Man, jeder hat sich seine eigene virtuelle Realität, fernab jeglicher unangenehmer Kritik erstellt hat, wundert sich das nur noch Gefiltertes, aber nicht unbedingt wahrheitsgemäße Informationen, verbreitet wurden. Fuckin‘ Fake News in virtuellen Laberblasen!!
Da wo wir gelandet sind, ist sicherlich ein Ergebnis von menschlicher Dummheit und zuversichtlicher Ignoranz. Hätten die Leute vielleicht doch mal lieber selber denken sollen und nicht alles glauben, was in Twitter und Co. verbreitet wurde.

Der moderne DAU ist salonfähig geworden,  könnte man auch sagen. Keine Ahnung von Nix und davon aber viel!“ laberte und laberte der Zombiekenner ausgiebig weiter. Seine Weggefährten ermüdeten langsam im Nebel der geistigen Unnütze.  „Kehr iss n‘ Snickers und dann erzähl mal lieber, wie es zur Infizierung und dem Ausbruch kommen konnte!“, raunzte Ben in die Runde.

„Nur mal so ganz kurz, wo laufen wir eigentlich genau hin?“ mogelte sich Joline noch dazwischen. „Erst stickum sein und jetzt alle auf einmal!“ erzürnte der Zombiekenner. „Wenn ihr wirklich überleben wollt, dann braucht ihr eine bessere Ausrüstung mit Waffen und so. Ich hoffe allerdings das ihr was interessanten dem Kollektor zum Tauschen anbieten könnt, sonst wird’s nichts geben, es sei denn, ihr lasst euch auf ein Spielchen mit dem Kollektor ein. “

„Wofür tauschen und was für Spielchen?“ fragte Joline. „Das werdet ihr noch früh genug erfahren. Nur soviel noch, ich begleite euch noch ein Stück entlang der Gasrohre und dann werdet ihr den Rest des Weges alleine  gehen müssen.“ erklärte der Zombiekenner schnell und hoffte auf keine weiteren Fragen.

„Aber was ist mit den Zombies und wie ist das alles passiert,  vielleicht ein vertuschter Atomkraftwerkunfall  oder sowas?!“ bohrte Gunnar fragend nach. „Man, ihr hättet meinen YouTube Channel abonnieren sollen, dann bräuchte ich jetzt nicht alles wiederholen!“ Genervt ging der Zombiekenner weiter.

Klar wie Kloßbrühe

„Und was ist nun wirklich passiert?“ fragte Ben und schaute dabei den ZK an. „Es ist doch klar wie Kloßbrühe, wir sind gezielt infiziert worden,… naja zumindest die meisten hier im Ruhrpott, und wer weiß ob die es unter Kontrolle halten können!“ „Die?“ Verwundert guckten die Vier den ZK an. „Ja die verkappten Wissenschaftler, mit Dr.Polish an der Spitze, welcher gerne herumexperimentiert!“  „Woher weißt Du das denn so genau?“ fragte Ben.

Der Zombiekenner erläuterte, „Ich bin damit schon lange unterwegs und habe tiefer recherchiert, dabei habe ich mich auch leider mit den falschen Leuten im Darknet vernetzt. Nicht harmlose Hacker oder so, ich sach nur Digital Crime Unit. Da steckt viel drin und wie immer geht es nur um’s Geschäft!“

„Ach deswegen läufst Du so paranoid herum!“ konnte sich Jacob nicht verkneifen und unterbrach damit die lange Laudatio vom ZK. „Paranoid?! Du wirst schon sehen, naja vermutlich auch nicht, wenn Du weiter so komische Fragen stellst!“

„Nein bestimmt nicht, die Zombies machen mir da mehr Angst!“ „Aber wenn die gezielt infiziert wurden, dann gibt es doch bestimmt ein Gegenmittel dafür… oder nicht?“ unterbrach Joline die hitzige Debatte zwischen Jacob und dem ZK. „Vielleicht , vielleicht auch nicht!“

„Und was hast Du nun vor?“ fragte Ben. „Ich verfüge Hinweise über ein Labor Namens L.A.E.R. und genau das werde ich versuchen zu finden. Meine letzte Recherche ist leider von diesem Blackout unterbrochen worden, sodass mir noch einige Informationen fehlen. Könnten wichtig sein!“ „Welche Informationen?“ unterbrach Gunnar. „Tja, das wüsste ich auch gerne. Ich brauche eine Möglichkeit, wo ich die ganzen Informationen von einem USB Stick abrufen kann!“

„Leider gibt’s kein Strom im Überfluss mehr!“ „Nicht hier aber möglicherweise noch im Labor was bestimmt durch ein Notstromversorgungsnetz ausgestattet ist.“

„Mensch ich hab kein Bock mehr zu latschen!“ rief Joline. „Reiß dich zusammen wir haben wohl keine andere Wahl, als mit dem Ruhrbaron zu laufen und uns sein Gelaber reinzuziehen!“ raunte Jacob.

Als der Zombiekenner gerade weiter labern wollte, wurden sie plötzlich von einem lauten Knall unterbrochen. „Scheiße, was war das?!“ rief Ben. Wo kam der Knall her?Aufgeschreckt schauten sie in verschiedene Richtungen, bis der Zombiekenner rief: „Lauft ihr Narren!“

Laufen oder Sterben

Alle liefen schnell hinter ihm entlang der Mauer her . Offensichtlich wusste er was zu tun ist.

Vorsichtig gingen sie weiter und konnten noch nicht erkennen was passierte da die lange Mauer sehr unübersichtlich war. Welche Gefahr könnte dort lauern?

Leise und wortlos schlichen sie die Mauer unterhalb der rostigen Gasrohre entlang. Der                          Zombiekenner sah zuerst etwas und hatte seinen Finger bereits am Abzug, um jederzeit reagieren zu   können. Einen Moment später kam es zur Begegnung mit einer maskierten Gestalt, die später als        der Cleaner bekannt wird.

 

Der Cleaner

Eine maskierte Person richtete eine Pistole auf eine männliche Gestalt, die blutüberströmt und regungslos an einer Mauer lag. Ein Schild, mit der nicht ganz lesbaren Aufschrift „CLEAN“ deutete darauf hin, dass diese Person hinüber war.  Die Lage spitzte sich zu, als der Zombiekenner und seine Begleiter dem Maskierten näher kamen und den regungslosen Mann an der Mauer sahen.

‚Wer ist das? Was ist passiert?  Trägt der Mann etwa eine Maske, weil das Gebiet verseucht war?‘ Neben einer allgemeinen Schockstarre, waren es genau diese Fragen, die der Gruppe durch den Kopf fuhren.

Wie in einem Westernduell, starrten sich der Cleaner und der Zombiekenner für eine Weile an und richteten ihre Waffen aufeinander.

Es war eine explosionsartige Stimmung zu spüren, in der jede falsche Bewegung ein Desaster auslösen  würde.  Hielt der Zombiekenner den Cleaner in Schach? Oder etwa der Cleaner den                      Zombiekenner? Der  Zombiekenner realisierte langsam, dass der Maskierte einen Zombie erledigte und ihnen sogar damit einen Gefallen getan hat. Eins noch, wenn Blicke töten könnten, dann hätte man hier die Waffen sparen können.

Fast in Zeitlupe und beeindruckt von der beängstigen Gestalt mit der Steampunkmaske, gingen Joline, Jacob, Ben und Gunnar langsam um den Zombiekenner herum. Dennoch zügig genug um dieses schreckliche Szenario schnell hinter sich zu lassen.
„Ihr wisst wo ihr hin müsst. Nun geht, rasch!“ rief der Zombiekenner. Das taten die Vier auch, was hätten sie auch sonst tun können?

Wenn Blicke töten könnten

Hielt der Zombiekenner den Cleaner in Schach? Oder etwa der Cleaner den Zombiekenner?
Der Zombiekenner realisierte langsam, dass der Maskierte einen Zombie erledigte und ihnen sogar damit einen Gefallen getan hat. Eins noch, wenn Blicke töten könnten, dann hätte man hier die Waffen sparen können.

Getrennte Wege führen oft zusammen

Wir konzentrieren uns nun, auf die kleiner gewordene Gruppe von Ruhrpott Seelen, die weiterhin auf dem Weg zum Kollektor waren. Das ganze Areal glich einem Lostplace und führte die Geflüchteten durch längst ausgestorbene Straßen.

„Interessantes Graffiti.“ sagte Ben, als sie einen tunnelartigen Weg entlang gingen.“

Apropos Graffiti, was hast du eigentlich vor dem ganzen Chaos gemacht?“ fragte Jacob Gunnar. „Sportwaffenverkäufer!“ antwortete dieser. „Ha, was für eine Ironie…,“ mischte Ben mit, „…wo wir doch nun wirklich jetzt Waffen bräuchten!“

„Wie das wohl mit dem Zombiekenner und Cleaner ausging.“ murmelte Joline vor sich hin. „Weiß keiner, es sind auch keine Schüsse mehr gefallen… oder aber der Ruhrbaron und das maskierte Fressbrett stehen immer noch da!“ witzelte Jacob. „Was war da wohl los, und warum trug der so eine bescheuerte Maske?“  fragte Gunnar. „Wahrscheinlich ein armer Irrer, der in der Apokalypse nun seine Berufung gefunden hat. Wer weiß, was der zu verheimlichen hat!“ fügte Jacob hinzu.

„Was würde ich jetzt für eine Mantaplatte geben.“ grummelte Gunnar.“ Tja, Hunger wird heutzutage einfach überbewertet!“ antwortete Ben.
Nachdem sie das Tunnelende erreichten, kam das Gelände um den Hochofen sichtbar näher und die Anspannung wurde größer. Keiner dachte mehr an den Zombiekenner oder an den Cleaner in diesem Moment.

Nach einer Weile entlang der alten Gasrohre von Phoenix-West, trafen sie auf den besagten Zugang.

„Hier muss es sein.“ sagte Ben. „Wat ’n Kabuff, konnte sich Jacob nicht verkneipfen. Ohne zu zögern,  gingen sie weiter zum nächsten Tor, dort wo der Kollektor sie schon von weitem sah. Was die Gruppe  dort erwartete konnte keiner ahnen.

Beim Kollektor – Be or to be collected.

Schon vor der Apokalypse, richtete der Kollektor sich seinen Unterschlupf auf dem Gelände von Phoenix West am Hochofen ein. Er ist die Sorte von Mensch, der man lieber aus dem Weg gehen sollte. Ein Tauscher, Fälscher und sadistischer Händler, der nur seine eigenen Interessen verfolgte. Außerdem nutzte er die Mitmenschen in der Apokalypse nur aus, um in windigen Tauschgeschäften seine Vorteile zu ziehen.

Der Kollektor erwartete die Gruppe schon, denn seine Videoanlage funktionierte selbst in der                Apokalypse noch.

Sein Lieblingsspielzeug -eine Sanduhr-, setzte er gerne in Tauschgeschäften ein, um den                            Hilfebedürftigen ein wenig zu helfen, wenn sie nichts zu bieten hatten. Ließ man sich auf den windigen Tauschhandel ein, so begann ein Spiel auf Zeit.

Ben, Joline, Jacob und Gunnar trafen nun auf den besagten Kollektor. Ben ging fragend voran: „Bist Du der Kollektor?“ „Schon möglich.“ erwiderte dieser kurz. „Hat euch etwa ein gewisser Zombiekenner diese nette Wohngegend empfohlen? Wo ist er eigentlich? Ich muss mit ihm noch etwas klären! Oder hat er euch etwas für mich mitgegeben?“ hakte er hintersinnig nach.

Escape Room – Spiel auf Zeit

„Wer und wo dieser Zombiekenner ist, wissen wir nicht. Wir haben nur gehört, dass Du uns weiterhelfen und mit diversen Gegenständen ausstatten kannst!“ antwortete Ben. „Wenn ihr dem Tauschgeschäft    gegenüber aufgeschlossen seid, dann kann es durchaus sein, dass ich euch weiterhelfen kann!“ grinste der Kollektor. „Wir haben aber nicht viel an Gegenständen zum Tauschen!“ erklärte Joline. „Ich              sammle nicht nur Gegenstände!“ erwiderte, der nun zynisch klingende Kollektor. „Hat jemand von        euch zufällig ein Tattoo am Unterarm?“ fragte er und zog eine Augenbraue hoch. „Warum interessiert    Dich das??“ fragte Jacob.

„Lasst uns das alles in meinen Geschäftsräumen besprechen!“ antwortete der Kollektor und öffnete das Tor. Der ehemalige Händler aus dem Darknet schritt voran und die Tauschwilligen gingen hinterher. Das Spiel auf Zeit konnte beginnen.

 

Unter Beobachtung

Es gibt weitaus mehr Interessierte in diesem Ruhrpottdrama, als da wäre noch Major Z.O.T zu erwähnen, der von weitem die Handlungen, an der Kathedrale der Arbeit beobachtete.

Notiz für das Apokalyptische Protokoll: Erneuter Sichtkontakt mit einer nicht bekannten Gruppe; bestehend aus fünf Personen. Es ist nicht erkennbar, ob der dem L.A.E.R entkommene Patient [AV-P1] auch dabei ist!! -Ende der Sprachnotiz- 

Wer steckt eigentlich hinter Major Z.O.T. und was interessiert ihn bei seinen Beobachtungen so genau?

Klar ist nur, dass er als Chef des Zombie Outbreak Teams, im Auftrag von dem wahnsinnigen Dr.Polish unterwegs ist.  Die beiden waren vor dem Ausbruch schon Verbündete und gründeten das L.A.E.R (Labor für außergewöhnliche Ereignisse im Ruhrgebiet).
Und wer zur Hölle ist dieser Cleaner. Kürzlich entdeckte Aufnahmen, zeigen den Maskierten in der Nähe von Phoenix West.


Wie entwickelt sich die Story um Ben, Jacob, Joline und Gunnar weiter? Und wo ist eigentlich der Zombiekenner hin?

To be continued….

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Der Zombiekenner

Dreizehn Tage vor der Apokalypse:

Die Nacht war schnell um. Es mussten ja schließlich auch noch die letzten Kapitel von
Die Versteigerung von No. 49“ gelesen werden. Umso störender war der schrille Ton von Olivers Wecker, der genau um 06.00 Uhr morgens los rappelte. „Verdammt, sei doch ruhig!“ Genervt schlug er auf seinen Wecker, welcher prompt ausging. Er schmiss sein Buch auf seine Matratze und stand auf. Müde trottete er zu seinem Kühlschrank und nahm sich ein Bier heraus. In den letzten 10 Jahren hat Oliver sich immer mehr zurückgezogen und als Adoptivkind hatte er eh nie einen richtigen Familienbezug gehabt.

Seit langem lebte er mit seinem Hund Rocco in einer alten, verlassenen Garage und studierte alles über Zombies und Verschwörungstheorien. Seinen Kontakt zur Außenwelt versuchte er so gering wie möglich zu halten und lebte hauptsächlich in seinem virtuellen Netzwerk.

Darüber hinaus hatte er schon den einen oder anderen dubiosen Kontakt hergestellt. Dazu zählten auch Laborbereiche von Fachhochschulen, wo er sich schon oft als Proband für Tablettenversuche, Geld zum Überleben verdiente.

 

Er stellte sein Bier auf den Behelfstisch, klappte seinen Laptop auf und machte ihn an. Ein kurzes ‘pling‘ löste bei Oliver einen fragenden Blick zur Inbox seines Postfaches aus. Neugierig klickte Oliver auf das P2P- Filesharing Programm “W.A.S.T.E“ und öffnete seine Inbox. „Hmm, interessanter Deal.“ murmelte Oliver und tipperte seine Antwort in die Chatbox, die nun mit einer hohen Erwartungshaltung verbunden war.

Vertieft in seinem Laptop und ziemlich konzentriert, studierte er die Details, wie die Uhrzeit und den Treffpunkt vom Chat. Sein Hund Rocco hingegen, lag wie immer ganz gelassen auf seiner Decke und machte kein Mucks.

Ein Treffpunkt ist kein Treffpunkt.

Sechs Tage vor der Apokalypse:

Oliver stand aufgeregt vor dem Spülbecken und putzte sich hektisch die Zähne. Hastig spülte er seinen Mund aus, zog sich seine Jacke an und ging nach draußen. Heute war das geplante Treffen mit Don Calzone, sein Chatkontakt aus’m Netz.

Der ausgemachte Treffpunkt von Oliver und dem kuriosen Jemand, war im Dortmunder Rombergpark.

Als er im Rombergpark ankam, schlenderte er auf einen Steg und beobachtete die Gänse und Enten, welche zügig durchs Wasser schwammen. Ein paar Minuten später, ging Oliver zu dem vereinbarten Treffpunkt.

 

Er setzte sich gemütlich auf eine Bank und stellte seinen ergaunerten Energy Drink auf den Boden. Die Zeit verging, doch es kam niemand, der sich als Don Calzone zu verstehen gab. In diesem Moment bekam Oliver eine SMS mit einer Angabe eines neuen Treffpunkts. „Der will mich doch verarschen.“ dachte sich Oliver und schüttelte verständnislos den Kopf.

Tauschen oder Mauscheln

Angekommen am alten Hochofengelände Phoenix-West, fielen Oliver das umzäunte Gebäude und die Überwachungshinweise auf.

Er ging zum Tor, blieb stehen und schaute in eine der vielen Überwachungskameras.

Wie von Geisterhand öffnete sich das Tor und Oliver ging hinein. Die Begrüßung war recht verhalten, denn was zählte war der Deal und dieser sollte schnell über die Bühne gebracht werden. Oliver war immerhin ja auch sowas wie ein Informationshändler, aber das was er hier sah, beschränkte sich nicht nur auf die virtuelle Welt.

Er sah haufenweise Waffen, Munition, Naturalien, eine Menge Schmuck und eine antike Sanduhr, die der Kollektor scheinbar durch die Luft schwenkte. Überwältigt starrte er durch den Raum. „Wow, echt krass Alter!“ „Ich weiß, danke!“ erwiderte Don Calzone. „Bist du sowas wie ein Waffenhändler?“ „So in der Art. Waffen sind ein lukratives Nebengeschäft von mir.“ antwortete Don Calzone. „Ahh.“ entgegnete Oliver. „Wir wurden uns noch nicht richtig vorgestellt!“ Don Calzone gab Oliver die Hand. „In Kreisen nennt man mich auch den Kollektor.“ spuckte sein Darknetpartner aus. „Und wie nennt man dich?“ entgegnete der Kollektor mit wartenden Blicken nun auf  Oliver gerichtet.

„So wie du dich mit der Apokalypse und dem ganzen Zombiemist auskennst, würde der Name “Zombiekenner“ ganz gut zu dir passen.“ „Belassen wir es doch dabei!“ antwortete Oliver schnell und dachte daran, dass ihm in diesem Moment auch kein besseres Pseudonym eingefallen wäre.

Durch Zufall entdeckte Oliver eine alte Schatulle, welche auf einem der Tische lag. Er wollte sie gerade öffnen, da rief der Kollektor „HALT!!“ „Was ist denn jetzt kaputt?“ fragte Oliver. „Ach nix, da sind nur persönliche Sachen drin!“ Oliver ging einen Schritt zurück. „Dann erzähl mal, was du für wichtige Informationen hast!“ Nachdem Oliver und der Kollektor  diverse Informationen austauschten, gab Oliver ihm seine teure Uhr, dafür erhielt er eine Art Maschinengewehr und Munition. Der Austausch vollzog sich relativ schnell, Oliver verabschiedete sich und schlug den Rückweg wieder ein.

 Aus der alten Kokerei rauskommend, war es irgendwie anders.

Oliver war von nun an bewaffnet und verfügte über weitere Informationen der unaufhaltbaren Apokalypse, die seine Verschwörungstheorien wieder einmal bestätigten. Die Mauschelei war beendet und Oliver, dem der Name “Zombiekenner“ immer besser gefiel, zog heim.

Getauscht, geliehen, geklaut oder was…

Ausbruch der Apokalypse:

Wie jeden Morgen stand Oliver um 06.00 Uhr morgens auf. Ziemlich gut gelaunt nahm er einen USB Stick aus seiner Jackentasche und setzte sich an seinen kleinen Behelfstisch.

„Da bist du ja!“ Dabei schaute Oliver auf den USB Stick und musste schmunzeln. Gestern war dieser Stick nämlich noch gut behütet, in der alten Schatulle des Kollektors.  Ups…

Was mag wohl so alles an interessanten Informationen abgespeichert sein.

Zwischendurch machte sich seine Inbox durch eine nervige Anzahl von ‘pling‘, ‘pling‘, ‘pling‘ bemerkbar. Es konnte nur Don Calzone alias der Kollektor sein, welcher wohl ziemlich sauer war.
„Die Kunst des Ignorierens beherrsche ich schon lange mein Freund.“ lächelte Oliver und stellte den Ton seines Laptops ab.

Er murmelte weiter: „Naja, es gibt genug Händler im Netz!“ Mit Spannung steckte er den USB Stick in den Laptop. Neugierig öffnete er eine der vielen, erstaunlicherweise unverschlüsselten Dateien und fing an den Inhalt zu lesen. „Donnerwetter, ich hab es doch immer schon gesagt, die vertuschen alles!“ – “Mmmh, wofür steht denn die Abkürzung “L.A.E.R“?  Egal, finde ich schon noch heraus. Vorerst habe ich genug  wertvolle Tauschinformationen.“ sagte Oliver zu sich.

Er zog den Stick ‘raus, klappte den Laptop zu und verschwand im Bad. Auf einmal hörte er ein Geräusch. Vorsichtig öffnete er im Bad die Tür und guckte aus dem Fenster. „Nur eine Krähe!“ Erleichtert setzte er sich und trank ein Bier. Gegen Abend lief er in die Stadt und ging zur Pommesbude. Um 22.00 Uhr watete er gesättigt zu seiner Garage zurück. Plötzlich hörte er ganz viele Sirenen im Hintergrund. Er wurde immer schneller, bis er an seiner Garage ankam.

Dann schloss er das Tor, schmiss seine Sachen auf die Matratze und verfolgte die Geschehnisse die draußen passierten, über einen Livestream im Netz. „Oh man es geht los. Ich hab’s ja schon immer gesagt…“

„…aus diesem Grunde, werdet ihr sterben und ich überleben!“

Namenstausch

Ein Tag nach Ausbruch der Apokalypse:

„Dummes Radio!“ Unruhig schlug Oliver gegen sein altes Radio, was nachdem Blackout nur noch auf Batteriebetrieb lief. Oliver hatte zu viele brisante Informationen, um sich in der Garage noch sicher zu fühlen. „Rocco, komm her!“ rief Oliver, doch sein Hund kam nicht.

Er nahm den alten Militärrucksack aus dem Schrank und fing an diverse Dinge einzupacken.
Danach nahm er den alten, cremefarbenen Mantel vom Harken und ging. „Ah, fast hätte ich’s vergessen!“

Oliver sprintete zurück und schnappte noch schnell sein „The Walking Dead“ Buch und verstaute es. Die neu erworbene Knarre vom Kollektor und der dazugehörige Patronengurt, waren nun ein fester Bestandteil seiner Ausrüstung. Plötzlich hörte Oliver ein leises Wimmern. Er lief bis zu einer Böschung, in der Nähe seiner Garagenunterkunft und machte dort eine schockierende Entdeckung.

Erstarrt schaute er auf den Boden, als er Rocco dort liegen sah. Dieser hatte tiefe Bisswunden am ganzen Körper und quälte sich so dermaßen, dass Oliver sein Taschenmesser aus dem Rucksack holte und ihn erlöste. Traurig nahm er den Kadaver und vergrub ihn und damit auch seinen Namen Oliver.  Er wird sich von nun an “Der Zombiekenner“ nennen.

Wütend holte er seine Ausrüstung samt seiner Waffe, zog seinen Mantel an und noch mit dem Halsband von Rocco in der Hand, folgte er entschlossen den Spuren.

To be continued….

Bis zur nächsten Story of Dead, hier noch die musikalische Fotostory als Ergänzung via Instagram. Vielen Dank an Michael Dörmann für die zombastische Sound production.

 

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Vertrauen ist kein Geschenk

Mit einer spürbaren Bedrohung kamen die Untoten, geprägt von Gier und Gestank, immer näher. In dieser fast ausweglosen Situation  zählte jede Sekunde!!

„Wartet mal! Vielleicht szene-1bekommen wir die Tür ja doch noch auf!“ johlte Ben und deutete auf einen Stuhl im Gang hin. „Wenn wir damit die Türscheibe zerstören, dann kommen wir möglicherweise an die Kette von außen ran.“ „Wow, jetzt kommt die MacGyver Variante oder was?!“ grummelte Jacob.

„Hast du etwa eine bessere Idee?“ fragte Joline.szene-2
Wohlwissend, dass es sich hier um die letzte Chance handelte, griff Ben nach dem Stuhl und zielte damit auf die Tür.

Und gerade wo er den Stuhl in die Glastür schmeißen wollte, da sahen die drei, dass jemand sie beobachtete.

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In diesem heiklen Moment, näherte sich ein mysteriöser  Fremder dem Gebäude, der sehr merkwürdig gekleidet war.

Keine Mine verziehend, beobachtend und scheinbar sehr vorsichtig, kam die gewissermaßen rettende Gestalt, dem Gefahrenort näher. Westernartig trug er, gut sichtbar über seinen blutverschmierten Mantel, einen überproportionierten Patronengurt.

Und wäre der Zeitpunkt nicht so ungünstig gewesen, dann hätte man noch ausgiebig über sein ungewöhnliches, aber beeindruckendes Outfit philosophieren können. Doch belassen wir es vorerst einfach mal bei einem Abklatsch, aus einem Steampunk Movie. Vielleicht Mad Max oder sowat ähnliches.

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Es wurde knapp, verdammt knapp. Doch Vertrauen ist kein Geschenk. Erst als der Ruhrpott Outlaw, die angespannte Situation ausgiebig analysiert hatte, ging er langsam, aber gezielt zur Tür. Noch rechtzeitig entriegelte er, auf eine coole Art und Weise das Schloss mit der rostigen Kette.

 

Endlich befreit…

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Die Freiheit war greifbar nahe und die Tür wieder offen.

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Vorbei am Fremden, liefen Joline, Jacob und

Ben aus dem Schacht heraus. Doch leider ohne Anna.

Sie hatten es gerade noch rechtzeitig geschafft,  bevor die Walker sie erwischen konnten.

Der mysteriöse Mann übernahm die Initiative und kümmerte sich um die seelenlosen Ruhrpottler.

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Schnell griff der scheinbare Retter die Tür und mit einer Wucht, warf er diese heftig zu. Dabei klatschten die Ruhrpottzombies wie Fliegen vor eine Wand.

 
szene-8Kettengerassel…

Die Pforte machte er so geschickt und routiniert zu, als ob er im Verschließen von Türen mit Ketten, bereits einiges an Erfahrung hatte. Naja, jedenfalls ganz unbekannt waren solche Situationen für ihn nicht.

Atempause…

Erschöpft und erleichtert, standen sie nun wieder vor Schacht 7 und mussten erst einmal tief durchatmen. Doch von wirklicher Freude war keine Rede, denn der Plan Anna zu finden, ging nicht auf.

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„Fuck was war das denn für ein irrer Trip? Oh man, du hast den Zombie aber eiskalt erledigt, danke.“ schnaufte Ben und bedankte sich bei Joline, welche noch sichtlich geschockt war. „Das kann man doch fast alles gar nicht glauben was hier gerade abläuft.

Zombies im Ruhrpott. Auch wenn alles ziemlich auf alle möglichen Zombiefilme und Serien hindeutet die wir bisher so gesehen haben, kann ich es dennoch kaum realisieren. Es ist besser schnell Antworten zu finden. Vielleicht haben durchgeknallte Wissenschaftler ein Testgebiet im Ruhrgebiet ausgesucht, um ihren wahnsinnigen Vorstellungen oder Experimenten nachzugehen.“ philosophierte Jacob.  „Du meinst,  die haben es gezielt darauf angelegt, um mal zu schauen was passiert und wir sind nun Teil dieses Endzeitszenarios?!“ entgegnete Ben.

szene-10Wer weiß, vielleicht kann uns der Typ da drüben mehr dazu sagen!“ erwiderte Jacob. „Wenn ich mir den so anschaue, sieht er doch bestens vorbereitet aus!“ sprach Joline. „Oder er ist einfach nur ein postapokalyptischer Kackenhauer!“ mutmaßte Jacob und schmunzelte. Der eben genannte Kackenhauer, stand allerdings nur da und beobachtete die drei. Als er schließlich auf Ben, Jacob und Joline zukam, kam es zu Spannungen.

Hast du die Tür vorher abgeschlossen oder warst du nur reinzufällig hier?“ übernahm nun Jacob das Wort, wobei er den Fremden locker anstarrte und ihm nicht seine innere Unruhe spüren ließ. „Wie kann man auch nur so irre sein, in so ein Gebäude hineinzulaufen?!“ erwiderte der Fremde.

„Egal, hast du vielleicht unsere Freundin Anna gesehen?“ fragte Joline. Mit einem verachtenden „Nein“ ging er weiter und ließ die drei einfach stehen.szene-11

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

„Hey bleib stehen und warte!“ brüllte Ben. Aber der Fremde ging unbeeindruckt weiter.„Los hinterher, der ist uns ein paar Antworten schuldig und kann vielleicht auch weiter helfen!“ rief Jacob.

Immer noch geschockt vom Zombierun in Schacht 7, folgten sie dem Fremden. Später werden sie ihn als den Zombiekenner kennenlernen.

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Wer ist eigentlich dieser Zombiekenner? Nur ein verkleideter Spinner oder ein Wissender in Zeiten der Apokalypse, den man doch lieber an seiner Seite haben sollte?!

To be continued…

Für das Warten ein „Don’t Open – Dead Inside“ Special. Vielen Dank an Michael D. für die begleitende Mucke 🙂

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Doppelt tot hält besser

Da war er nun: Schacht 7! Zu früheren Zeiten eine belebte Stätte, einer harten aber ehrlichen Arbeitswelt. Und jetzt ein Lostplace, der höchstwahrscheinlich einige böse Überraschungen für die drei Suchenden bereithielt.  Dennoch war es für Jacob, Joline und Ben eine Frage des Zusammenhalts und des Versprechens.
Denn die Freunde kennen sich nun schon eine halbe Ewigkeit und dazu zählt ebenfalls Anna. Naja, zumindest bis jetzt.szene-1

„Und du bist dir da wirklich sicher, dass Anna dort hinein gelaufen ist?“ fragte Joline zeigend mit der Hand auf den Eingang von Schacht 7.

„Ja, wir sind da geradewegs vorbei, als uns ein Zombie verfolgte. Anna lief in Richtung Gebäude und ich dann um die Ecke, gefolgt von dem Walker zu euch!“ antwortete Ben. „Jaja, die Story ist bekannt!“ maulte Jacob.

 

Die Tür stand weit offen. Nicht gerade einladend, dafür aber begehbar, sodass ein Hineingehen geräuschlos vonstattengehen musste.

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„Schnell lasst uns rüber laufen, da keiner zu sehen und zu hören ist!“ rief Jacob.

 szene-3Vorsichtig betraten sie die Eingangshalle, welche stark verwest roch und nach Abfall stank. Was für eine schauderhafte Atmosphäre. Selbst eine Nadel die auf den Boden gefallen wäre, hätte Joline, Jacob und Ben in Panik versetzt.

„Man wenn hier auch solche Zombies drin sind, wie der der uns verfolgt hat, dann wird mir aber deutlich schlecht!“ schluchzte Joline.

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Sie gingen den breiten Gang, der sie weiter ins Innere der Zeche führte, entlang.

Als plötzlich ein Zombie aus einem Nebenraum auftauchte. „Scheiße man, bloß weg hier!“ rief Ben.

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Planlos liefen sie durch die Räume in Richtung Waschkaue.

Allerdings hatten sie nun auch noch einen Verfolger.
Wie ein Wolf, der gerade eine Fährte aufgenommen hatte, bewegteszene-5szene-7 sich der Walker hinterher.
Zum Glück nur nicht so zielstrebig und schnell.

 

Wer weiß schon, was diesem armen Kerl vor der Verwandlung zugestoßen ist.

Irgendwer wird dafür bestimmt eine Erklärung auf Lager haben, allerdings war das in diesem Moment nicht relevant.

Als sie stehen blieben und kurz nach  Luft schnappten, hörten sie weitere Geräusche, die scheinbar immer näher kamen. Aber aufgrund der vielen Gänge, waren diese Geräusche nur sehr schwer zu orten.

Die Atmosphäre war so angespannt, das mit jedem noch so kleinsten Geräusch, ihre Pulse rasant artig anstiegen. „Wo könnte Anna nur bloß sein?“ Vielleicht ist sie auch schon weiter und hat ein gutes Versteck gefunden.“ sagte Joline.

„Wo sollen wir lang, es gibt zu viele Möglichkeiten?“ fragte Ben. „Ich schlage vor, dass wir getrennt nach Anna suchen, so kommen wir schneller voran.“ schlug Jacob vor.

 

„Neiin, das ist doch wie in jedem billigen Horrorfilm. Wir bleiben schön zusammen!“ fauchte Joline leise zurück.szene-8 Gehetzt vom Gedanken Anna zu finden, gingen sie durch die alten Steiger Waschräume.

Diese waren in einer Reihe von Einzelkabinen aufgeteilt, sodass hinter jeder Tür und in jedem Raum eine Gefahr lauern konnte. Vorsichtig öffneten sie Tür für Tür, sofern noch eine überhaupt vorhanden war. Ihr kennt das ja, Lostplaces halt…

Weiterhin durchkämmten sie Raum für Raum, in der Hoffnung doch noch Anna irgendwo verängstigt aus der Bredouille retten zu können.

„Hört ihr das? Da wimmert doch jemand.“ sagte Ben und schlich langsam in die Richtung, aus der er das Geräusch hörte. „Ja das könnte Anna sein!“ erwiderte Joline.

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Man das ist kein Wimmern…-“ und noch bevor Jacob seinen Satz beenden konnte, rief Ben mal wieder lauft“. Denn hinter einer der Kabinentüren, verweilte bereits ein Zombie, der die drei wieder in Panik versetzte und somit nur die Flucht durch die verschachtelten  Zechengänge notwendig war.

Wie kann man nur ein Grunzen, mit einem Wimmern verwechseln?!“ murrte Jacob. „Lasst uns bloß so schnell wie möglich hier raus.“ sagte Ben. Als sie die Waschräume verließen und um die Ecke bogen, sahen sie weitere Gestalten die scheinbar nur eins im Sinn hatten…Fressen…..

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Los hierher!“ rief Ben. Die drei suchten fluchtartig den Weg nach draußen. Dummerweise kam aber aus dieser Richtung der Ruhrpottwalker, der sie bereits im Eingangsbereich, schon in Empfang nehmen wollte.

Immer noch in einer Art Taumelryhtmus, kam der Walker schwankend und bedrohlich näher. So nutzten die drei die nächste Möglichkeit, einen anderen Gang entlang zu laufen.

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Auf die Notausgangschilder sollte man sich doch einfach mal verlassen dürfen, oder?!“ witzelte Jacob.

 

 

 

 

 

 

Man du hast Nerven!“ erwiderte Joline. „Lasst uns bloß aus diesem Labyrinth raus.

Das ganze entwickelt sich langsam zu einem Zombierun.“ sagte Ben. Ja klar, nur diese sind hier echt und geben nicht nach!“ antwortete Jacob.

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„Stopp!“ rief Ben. Er bremste plötzlich ab und konnte seinen Augen nicht trauen.

 

 

 

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Nicht Anna, sondern weitere Zombies, die durch die Geräusche angezogen wurden, kamen langsam entgegen.

 

Zombierun – Next Level

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„Mist!! Los in diese Richtung!“ Und damit meinte Ben geradewegs einen weiteren Gang, mit einer Tür, die sie nur mit Mühe noch so aufstoßen konnten. Führt dieser Gang überhaupt zum Ausgang oder war es doch nur ein weiteres Level in einem Zombiegame?

 

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Hauptsache weg hier und laufen was das Zeug hält. Scheinbar war dies die einzige Devise, die noch funktionierte. „Man, diese Gänge machen mich noch wahnsinnig!“ rief Jacob.  „Dieser Lostplace ist ja ganz cool, aber für meinen Geschmack zu hektisch mit dem Zombierun dazwischen.“ fügte er weiterhin murmelnd hinzu.

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Was die drei in ihrer Hast nicht ahnen konnten, war das ein Zombie bereits in dieselbe Richtung unterwegs war. Scheinbar vom Teufel getrieben, steuerte der Ruhrpottwalker, aus einer anderen Richtung kommend, direkt auf die drei zu.

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Hinkend und irgendwie programmiert auf die Geräusche aus der Waschkaue, kam der Zombie ums Eck.

 

Just in dem Moment, wo Joline, Jacob und Ben um die Ecke biegen wollten, wurde es äußerst bedrohlich für die drei Fliehenden.

 

 

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So kam es zur unvermeidbaren Kollision.

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Der Zusammenstoß war der Anfang einer hektischen Dramaturgie, eines fürchterlichen Chaos und endete mit einem ungewollten Sturz von Jacob und Ben, inklusive des Zombies, auf den Boden. Dabei flog das Messer aus Jacob‘s Jacke und fiel auf die Fliesen des Ganges.szene-20

Es war Joline, die reflexartig reagierte und sich das Messer schnappte.

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Noch bevor der Zombie Ben beißen konnte, rammte Joline das Messer in seinen Kopf.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Doppelt tot hält besser

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Völlig geschockt schmiss Joline das Messer zu Boden.

Doppelt tot hält besser, denn der Walker ist nun endlich hinüber. Geschockt schauten Jacob und Joline den Zombie an. Los kommt schon, da kommen noch mehr! schrie Ben.

Unsere Bande konnte noch glücklicherweise fortlaufen und der Horde entkommen. So glaubten sie es für einen Moment zumindest. szene-23

 

Denn längst wurden durch den Krach in den Gängen, der alten Waschkaue, weitere Ruhrpottzombies angezogen.

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Geschockt und dennoch hoffnungsvoll den Ausgang suchend, liefen die drei weiter. Und tatsächlich, der Ausgang war in greifbarer Nähe.

 

 

 

 

 

 

Aber schon mit dem Blick zur Tür, schwanden ihre Hoffnungen. Denn die Tür war zu! „Verdammt, wer war das denn? Ein Zombie schließt doch keine Tür ab.“ sagte Jacob und rüttelte an der Tür.

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Zu dritt versuchten sie durch kräftiges Rütteln, die Tür irgendwie aufzubekommen.

Doch das klappte alles nicht, denn von außen war die Tür mit einer Kette fest verriegelt.

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Wie gelähmt standen Ben, Joline und Jacob an der zu geketteten Tür. „Was nun?“ seufzte Ben. Ein kurzer Moment der Resignation machte sich breit, denn die Situation schien aussichtslos.

Die kurze Atempause war vorbei und der Puls stieg schlagartig in die Höhe, als sie die bekannten Laute ihrer unbarmherzigen, gierigen und blutrünstigen Verfolger hörten. In diesem Moment wurde es allen klar, wie ernst die Situation wirklich war. Hier ging es tatsächlich um das nackte Überleben.

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War nun alles zu Ende? Was ist mit Anna? Und wer hat diese verdammte Tür überhaupt verschlossen?

To be continued…

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Die Apokalypse im Auge

Als Jacob und Joline an der alten Zeche ankamen, war keiner von ihren Freunden zu sehen. Jacob fuhr vorsichtig, den mit Schotter aufgefüllten Weg, der Zeche, entlang. „Mist, wo sind Ben und Anna?“ stammelte Joline fragend.

Jacob interessierte das in diesem Moment nicht, da er äußerst konzentriert durch die scheinbar sichere Gegend des Zechengeländes fuhr.
Sicher ja, aber dennoch vorsichtig, denn man kann ja nie wissen, ob nicht hinter dem nächsten Förderturm ein Zombie oder was auch immer hervorkommen könnte.bild2

„Jacob, halt mal an…haaaaaaalt mal an!!“ schrie Joline.  Jacob blieb abrupt mit seinem Motorrad stehen. Als beide vom Bike abstiegen, hörte Joline ein Geräusch.
„Was ist denn los?“ fragte Jacob seine Schwester. „Ich glaube, ich habe dort drüben etwas gehört.“ erwiderte Joline. „Was genau meinst du? Einen Walker? Oder was?“ kam es wieder fragend, aus dem Mund ihres Bruders heraus.

„Man nein, das mussten Anna und Ben gewesen sein!“ antwortete Joline genervt. Und noch bevor Jacob „nicht“ rufen konnte, da stieg Joline vom Bike und ging ein paar Meter in die Richtung, aus der sie die Geräusche gehört hatte. „Wenn es Ben oder Anna gewesen wären, dann hätten sie sich doch zu erkennen gegeben.“ sagte Jacob leicht verunsichert.
„Vielleicht auch nicht.“ erwiderte Joline,  „es hörte sich so an, als wären sie total verängstigt.“

ravioliFür einen Augenblick mussten beide schmunzeln, als sie den Ravioli Aufkleber gesehen hatten. „Weißt du noch?!“ sagte Joline und verdrehte die Augen.
„Yep, die intelligenten Vorschläge zur Volksverdummung, mit dem Slogan „Leute kauft auf Vorrat ein“. Hamsterkäufe a la Ravioli und Nudeln, pah…!“ schnaubte Jacob ironisch.

„Lauft bloß weg!“ rief es auf einmal aus dem Gebüsch. Die Stimme war anders aber bekannt, naja irgendwie ängstlich und gehetzter als sonst.
Es war Ben’s Stimme und er lief Jacob und Joline direkt in die Arme. „Hey Ben, was ist los und wo ist Anna?“ fragte Jacob verwundert. „Weiß nicht, weg oder so! Ich bin nur noch gerannt, als ich so einen komischen, blutverschmierten, kaputten Typen sah. Er sah mich und lief hinter mir her…
„Du meinst…wwie soo eein Waalker??“ druckste Joline rum. „Lasst uns abhauen! Wer weiß was noch passiert.“ sagte Jacob.
Andere Geräusche wurden nun lauter und deutlicher.
Eine Schockstarre machte sich breit und Ben war immer noch nicht in der Lage zu beschreiben, weshalb er Kniegas gab. Aber er zeigte auf den Weg wo er her gerannt kam und sagte, „Guckt selbst“.„Scheiße man, das ist ein Zombie!!“ – „Los abhauen!“ sagte hastig Jacob.  „Genau das meinte ich doch!“ stotterte Ben, der nun seine Sprache wieder erlangt hatte.

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„Was ist mit Anna?“ fragte Joline ihren Kumpel. „Sie war auf einmal weg.“ sagte Ben.bild5
„Falls da noch mehr sind, hat da eh niemand mehr eine Chance.“ sprach Jacob zu den Beiden. „Bist du bekloppt? Wir lassen doch Anna nicht einfach zurück!“  raunte Joline zurück.
„Los wir verziehen uns und beobachten was passiert, denn der Kerl da drüben kommt doch etwas zügig näher.“
Ben zog an Jacobs Jacke da dieser in diesem Moment die Apokalypse im Auge spürte.

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Aus welchem Grund auch immer dieser Kerl zum Zombie, Walker oder zum Untoten mutierte, wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Und es war bestimmt auch nicht der richtige Zeitpunkt, das jetzt herauszufinden. Dieser Kerl sah nämlich nicht so aus, als könnte man mit ihm gut Kirschen essen. Mit einem leeren Blick und auf der Suche nach Fleisch, torkelte er durch die Gegend.

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Joline, Jacob und Ben suchten in der kargen Zechenlandschaft ein Versteck, um erst einmal zu verstehen, was überhaupt los ist und um dem Zombie zu entkommen, sowie zu überlegen, was sie nun in der Situation tun könnten.

bild8Aus dem Versteck heraus, konnten die drei den Walker sehr gut beobachten. Natürlich gab keiner einen Ton von sich, denn das könnte verheerende Auswirkungen haben. Tot ja, aber wohl nicht taub, denn anscheinend wird das Gehör bei der Verwandlung zum Untoten verbessert. Er kam gefährlich näher. Fast zu nah!

 

 

bild9Eine gewisse Kälte durchdrang ihre Körper, insbesondere als der Zombie in ihre Richtung schaute und die drei für einen Moment dachten, er hätte sie entdeckt. Tatsächlich war es ein Untoter, sozusagen ein Ruhrpottzombie. Sein Gesicht war gezeichnet von blutunterlaufenden Augen und bleichgrauer Haut.

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Er war um den Mund so mit Blut verschmiert, als hätte er kürzlich rohes Fleisch vertilgt.

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bild13Puh, Glück gehabt. Der Walker zog weiter!Die drei waren sehr nervös, denn es könnten ja noch zig weitere Zombies hinter den Mauern, der alten Zeche, lauern.
Dennoch war eins klar, sie mussten da rein.  Auch wenn die Gänge lang, dunkel und möglicherweise von Zombies umlagert sind. Schon alleine, weil Anna sich da irgendwo versteckt haben musste, führte daran kein Weg vorbei. Andere Gedanken lies keiner zu. „Pssst, während der weiterläuft, schleich ich mich mal ums Eck und schaue mal vorsichtig nach.“ flüsterte Jacob.

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Als die Luft rein war, winkte er Ben und Joline zu sich. „Alles klar kommt rüber!“ Ben und Joline rannten leicht geduckt zu Jacob rüber.
Sie hatten nun die Hausmauer, der alten Zechenhalle, erreicht und schauten vorsichtig rüber zum Gebäude, wo Anna möglicherweise sein könnte.
Wohlwissend, dass es gefährlich wird, gingen sie hinein………..

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Ein Ende wird zum Anfang

„Du spinnst doch!“ raunte es aus der verkorksten Ecke, im Zimmer eines vierstöckigen Mietshauses. Es war eigentlich nicht der Rede wert, aber ihr wolltet ja wissen, wie alles anfing. „Jetzt komm schon ans Fenster und sieh dir den Alten da unten mal an, du wirst es nicht glauben.“ Was sich im ersten Moment wie eine ganz normale Situation unter Geschwistern anhörte, war in Wirklichkeit die Entdeckung einer fürchterlichen Feststellung, in einem noch fürchterlicheren Endzeitszenario, mitten im Ruhrpott.

„Also gut, lass mal sehen.“ sagte Joline zu Jacob und kam aus ihrem Staunen nicht heraus. „Das ist ein Fake oder einer, der vom letzten Zombie Run übriggebliebenen Pappnasen.“ „Nein, der nicht, der ist echt Schwesterchen.“ erwiderte Jacob und musste fast schmunzeln, wenn da nicht sein Unbehagen wäre.

„Da kriegste ja die Motten! Schau mal im TV, die haben dort anscheinend wohl große Probleme.“ sagte Joline und deutete mit ihrem Finger auf die Glotze. „Jetzt wird mir aber auch mulmig.“ entgegnete Jacob als er die Panik der Menschen auf allen Sendern, während des Durchzappens mit Schrecken sah. „Boah, welcher Wissenschaftler hat denn da schon wieder Mist gebaut?! Haben die denn aus „The Stand“ von Stephen King nichts gelernt?!“ blubberte es zynisch aus Jacob heraus. „Pack ein paar Sachen ein und gib Anna und Ben eine Info, dass wir uns an der alten Zeche treffen.“ „Ja mache ich, aber lass gefälligst diesen Befehlston!“ schoss Joline zurück.

Die alte Zeche, war einer von vielen Treffpunkten für Jugendliche. Warum Jacob allerdings diesen Ort direkt vorschlug, entsprach wohl einem Reflex da er hoffte, auf seine Clique zu treffen, um sich dann gemeinsam beraten zu können.

„Lass uns abhauen und zwar ganz schnell!!“ schrie Joline fast hysterisch. „Bleib mal cool, wir sind im 4. Stock und wissen nicht mal, was passiert ist. Los check mal deine Kontakte auf Snapchat oder sonst wo im Netz, ob da irgendetwas an Bewegung ist! Bestenfalls gleich mal mit einem Bild von diesem Walker da unten.“ schlug Jacob vor. „Mist, kein Empfang…nada…nothing!“ rief Joline Jacob zu. „Dann ab die Post,“ sagte Jacob. „Bist du bekloppt?? Schau erst einmal vorsichtig durch den Türspion, bevor du die so Tür aufreißt.“ Joline’s Puls raste fühlbar achtmal schneller als sonst.“Ups, schon offen.“ sagte Jacob und grinste. Die Tür war schon offen, noch bevor Joline ihren Satz beenden konnte. „Sagte ja, du bist beklo…..-.“ Der Rest an Wortstücken kam nicht mehr aus ihr heraus, denn sie konnte gerade noch erschüttenderweise mit dem Finger, auf eine, möglicherweise zum Zombie mutierte Gestalt zeigen. „Los abhauen!!“ Beide schlichen sich an dieser, noch nicht wirklich identifizierten Gestalt vorbei und rasten dann nach unten zum Garagenhof.

Es war alles ruhig, man hörte nichts und empfand auch keine Panik, die sich aber drei Straßen weiter aufbaute. „Jacob, das muss ein Scherz sein,“ hechelte Joline.

„Ja blogbeitrag 1genau, vom Smombie* zum Zombie mutiert oder so,“ erwiderte Jacob. „Egal. Ich schmeiß jetzt meine Maschine an und dann geht es mit Karacho zur alten Zeche. Los komm gez.“ fügte er daraufhin hinzu.  Jacob wurde erst ruhiger, als der Sound seiner Maschine zu ihm durchdrang und er das Gas hochdrehte, um mit Joline, ihre scheinbar sichere Wohngegend zu verlassen.

Beide waren während der Fahrt so in Gedanken verfestigt, dass sie die unmittelbaren Gefahren und Veränderungen nicht mehr registrierten. Bloß weg hier.

To be continued……

 

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