Ein Ende wird zum Anfang

„Du spinnst doch!“ raunte es aus der verkorksten Ecke, im Zimmer eines vierstöckigen Mietshauses. Es war eigentlich nicht der Rede wert, aber ihr wolltet ja wissen, wie alles anfing. „Jetzt komm schon ans Fenster und sieh dir den Alten da unten mal an, du wirst es nicht glauben.“ Was sich im ersten Moment wie eine ganz normale Situation unter Geschwistern anhörte, war in Wirklichkeit die Entdeckung einer fürchterlichen Feststellung, in einem noch fürchterlicheren Endzeitszenario, mitten im Ruhrpott.

„Also gut, lass mal sehen.“ sagte Joline zu Jacob und kam aus ihrem Staunen nicht heraus. „Das ist ein Fake oder einer, der vom letzten Zombie Run übriggebliebenen Pappnasen.“ „Nein, der nicht, der ist echt Schwesterchen.“ erwiderte Jacob und musste fast schmunzeln, wenn da nicht sein Unbehagen wäre.

„Da kriegste ja die Motten! Schau mal im TV, die haben dort anscheinend wohl große Probleme.“ sagte Joline und deutete mit ihrem Finger auf die Glotze. „Jetzt wird mir aber auch mulmig.“ entgegnete Jacob als er die Panik der Menschen auf allen Sendern, während des Durchzappens mit Schrecken sah. „Boah, welcher Wissenschaftler hat denn da schon wieder Mist gebaut?! Haben die denn aus „The Stand“ von Stephen King nichts gelernt?!“ blubberte es zynisch aus Jacob heraus. „Pack ein paar Sachen ein und gib Anna und Ben eine Info, dass wir uns an der alten Zeche treffen.“ „Ja mache ich, aber lass gefälligst diesen Befehlston!“ schoss Joline zurück.

Die alte Zeche, war einer von vielen Treffpunkten für Jugendliche. Warum Jacob allerdings diesen Ort direkt vorschlug, entsprach wohl einem Reflex da er hoffte, auf seine Clique zu treffen, um sich dann gemeinsam beraten zu können.

„Lass uns abhauen und zwar ganz schnell!!“ schrie Joline fast hysterisch. „Bleib mal cool, wir sind im 4. Stock und wissen nicht mal, was passiert ist. Los check mal deine Kontakte auf Snapchat oder sonst wo im Netz, ob da irgendetwas an Bewegung ist! Bestenfalls gleich mal mit einem Bild von diesem Walker da unten.“ schlug Jacob vor. „Mist, kein Empfang…nada…nothing!“ rief Joline Jacob zu. „Dann ab die Post,“ sagte Jacob. „Bist du bekloppt?? Schau erst einmal vorsichtig durch den Türspion, bevor du die so Tür aufreißt.“ Joline’s Puls raste fühlbar achtmal schneller als sonst.“Ups, schon offen.“ sagte Jacob und grinste. Die Tür war schon offen, noch bevor Joline ihren Satz beenden konnte. „Sagte ja, du bist beklo…..-.“ Der Rest an Wortstücken kam nicht mehr aus ihr heraus, denn sie konnte gerade noch erschüttenderweise mit dem Finger, auf eine, möglicherweise zum Zombie mutierte Gestalt zeigen. „Los abhauen!!“ Beide schlichen sich an dieser, noch nicht wirklich identifizierten Gestalt vorbei und rasten dann nach unten zum Garagenhof.

Es war alles ruhig, man hörte nichts und empfand auch keine Panik, die sich aber drei Straßen weiter aufbaute. „Jacob, das muss ein Scherz sein,“ hechelte Joline.

„Ja blogbeitrag 1genau, vom Smombie* zum Zombie mutiert oder so,“ erwiderte Jacob. „Egal. Ich schmeiß jetzt meine Maschine an und dann geht es mit Karacho zur alten Zeche. Los komm gez.“ fügte er daraufhin hinzu.  Jacob wurde erst ruhiger, als der Sound seiner Maschine zu ihm durchdrang und er das Gas hochdrehte, um mit Joline, ihre scheinbar sichere Wohngegend zu verlassen.

Beide waren während der Fahrt so in Gedanken verfestigt, dass sie die unmittelbaren Gefahren und Veränderungen nicht mehr registrierten. Bloß weg hier.

To be continued……

 

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